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El Norte Chico

Aktualisiert: Jan 28

Die Küste Chiles ist gesäumt von kleinen Feriendörfern, welche vor allem von Einwohnern der Metropolregion Santiago im Sommer genutzt werden. Weiter im Landesinnern fahren wir durch das Valle de Elqui - Standort vieler Pisco Brennereien und Sternwarten - bis zum Paso Agua Negra auf 4700 MüM.


Mit Rahel und Markus im Gepäck fahren wir die ersten Dörfer an der eher rauen Küste Chiles an. Für die erste Nacht peilen wir einen Wildcamping Spot an - ein bisschen sandig sei es, heisst es auf iOverlander. Laura wird vorgeschickt, die Situation anzuschauen und meint, dass wir es mit dem Van gut bis in die Kurve schaffen sollten. Falsch gedacht und schon stecken wir mit den beiden Vorderrädern im Sand fest. Zum Glück nennen wir seit Kurzem einen Spaten unser Eigen (Danke Armin)... Mit dem, weniger Luft in den Pneus und sechs kräftigen Oberarmen erreichen wir bald wieder festen Untergrund.

Essen zubereiten nach dem Ausbuddeln des Vans

Nach dem doch noch gelungenen Nachtessen zieht es uns am Morgen weiter nördlich. In Guanaqueros finden wir ein Camping in einer Bucht. Wir erkunden das kleine Fischerdorf und sehen dabei schon von Weitem hunderte Pelikane, die beim Fischmarkt auf eine leichte Beute hoffen. Wir erreichen den Fischmarkt und entdecken neben den Vögeln auch noch eine Handvoll Seelöwen die geduldig auf Fischreste warten. Dies freut nicht nur den grossen Tierfreund Markus und wir bleiben lange Stehen.

Guanaqueros
Pelikane und...
... Seelöwen mittendrin
Nachtessen auf dem Camping

La Serena, eine etwas grösseren Stadt an der Küste, ist unser nächstes Ziel. Denn wir haben unsere hinteren Stossdämpfer hierhin bestellt und wissen seit diesem Tag, dass diese tatsächlich in Chile eingetroffen sind. Nach einem Tag durch die Gassen der Stadt schlendern und jassen, reisen Rahel und Markus vorerst ohne uns weiter. Sie zieht es in die Wüste Atacamas. Wir verbringen die nächsten Tage hauptsächlich damit, den Status unseres Pakets zu checken, in der lokalen Post Schlange zu stehen und nach Lösungen zu suchen. Denn, das Paket ist zwar in Santiago angekommen, dort muss es aber zuerst durch den Zoll. Die Postbeamtin meint, das sei ein zufälliger Prozess und den könne man auch nicht beschleunigen. Das könne so zwischen einer bis sechs Wochen dauern. Dank den tollen Frauen des Hostals del Punto haben wir am zweiten Tag einen Poder erstellt, mit dem sie das Paket abholen und an uns in den Norden von Chile weiterleiten werden.


Neben der Gewissheit, am nächsten Tag weiterfahren zu können, erreicht uns noch eine weitere schöne Nachricht. Damians Schwester ist zum zweiten Mal Mutter geworden und alle sind Wohlauf.

Auf dem Markt in La Serena
Das hiesige Essen muss natürlich ausprobiert werden

Vicuña liegt östlich von La Serena im Valle de Elqui. Wie eine Oase mutet das Dorf umgeben von Reben in der rot-gelb-braunen Landschaft an. Wir finden unser Nachtlager auf einem kleinen Familienbetriebenen Camping, die gleichzeitig auch Sternengucken anbieten. Die Tour startet in einem Kuppelzelt, in welchem wir mit 3D-Brillen ausgestattet einen Film über die Entstehung des Universums anschauen und dabei an ihrem eigenen Wein nippen. Ein wunderbares Erlebnis. Danach zeigt uns der Astronomie-Student viele Sternenbilder am nächtlichen Himmel. Zum Zeigen der Sterne werden krasse Laser verwendet, die bei uns sicher verboten sind. So lernen wir auch, wie wir mit dem Sternenbild Cruz del Sur immer ausrechnen können, wo genau der Südpol liegt.

Trauben & Berge in Vicuña
Ready für den Film

Weiter führt uns unser Weg zum letzten Mal zurück nach Argentinien. Und zwar über den Paso Agua Negra. Laura freut sich schon seit den Erzählungen von Armin und Marco auf diesen Tag. Zuerst führt uns die noch geteerte Strasse vorbei an Bergen, die aussehen wie überdimensionale Steinhaufen. So als ob sich jeden Moment tausende Steine gleichzeitig lösen könnten. Ziemlich karg ist die Landschaft bereits, das einzige Grün kommt von den Reben, die aber hier auch öfters bereits verdorren sind.


Höhenmeter um Höhenmeter kämpfen wir uns mittlerweile auf Schotterpiste bergauf. Vorbei an Bergen mit rot, gelb, grün und braun leuchtenden Steinen, Rinnsalen aus Wasser und vereinzelten Tieren (vor allem Ziegen). Die fast 4000 Höhenmeter bis zum Pass macht Freddy super mit, nur an uns geht der schnelle Aufstieg nicht spurlos vorbei. Bei jedem kurzen Halt atmen wir schwerer als gewohnt und ein leichtes Kopfweh zeichnet sich bereits vor der Passhöhe ab. Vielleicht ist es die Höhe oder einfach, weil wir aus dem Staunen nicht mehr rauskommen, auf jeden Fall verpassen wir es auf der Passhöhe anzuhalten und so fehlt hier das Foto von uns unter dem Schild «Limite Internacional».


Völlig begeistert und verzaubert von der Natur und den Bergen fahren wir die kurvigen Strassen runter zum nächsten Grenzposten, wo es zum letzten Mal heisst: ¡Bienvenido a la Argentina!

Unterwegs zum Paso Agua Negra
Eine unglaubliche Landschaft
Mit Schnee und Eis
Unglaubliche Farben

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