• worldever

Parque Patagonia

Aktualisiert: 8. Juni 2020

Drei Tage benötigen wir um von der argentinischen Ruta 40 über den Paso Roballos die chilenische Ruta 7 oder Carretera Austral zu erreichen. Neben unglaublich mühsam zu fahrenden Schotterpisten ist dies vor allem der schönen Natur geschuldet.


Wir entscheiden uns nach der Unterhaltung mit Katya und Thomas kurzfristig dazu, die Grenze nach Chile nicht in Chile Chico, sondern etwas südlicher über den Paso Roballos zu überqueren. Wir verlassen die gut geteerte Ruta 40 am späten Nachmittag für eine rumplige und mit grossen und kleinen Steinen gesäumte Schotterpiste. Bereits nach 20 Kilometer fragen wir uns aufgrund der extrem schlechten Strasse, ob wir die richtige Entscheidung getroffen haben.


Nach zwei Stunden passieren wir das Schild «Bienvenido al Parque Patagonia» und werden immer müder. Es ist unglaublich anstrengend mit dem eigenen Auto auf solch schlechten Strassen zu fahren. Zum einen schmerzt uns jedes Rumpeln selbst und wir verkrampfen uns permanent. Als es langsam eindunkelt, stellen wir den Van auf einer einigermassen geraden Fläche neben der Strasse hin und legen uns schlafen. Die Idylle täuscht, der Wind bläst uns beinahe vom Standplatz und wir sind froh, kein Dachzelt zu haben.

Schöner Ort im Nichts, aber sehr windig

Da wir nicht ganz sicher sind, ob das Parkieren hier erlaubt ist, machen wir uns am Morgen ziemlich früh auf den Weg. Ziel ist die Grenze auf dem Paso Roballos nach 65 Kilometern. Wir benötigen mindestens drei Stunden für diese Strecke und die Nerven werden weiterhin strapaziert. Belohnt werden wir jedoch mit wunderbaren Aussichten, schönen grünen und roten Steinformationen, Hasen, Guanacos und einigen Estancias.


Die Grenzhäuser auf beiden Seiten gehören wahrscheinlich zu den schönsten Arbeitsorten für Grenzwärter. Die Argentinier halten sogar einige Hühner für frische Eier. Unsere Formalitäten werden sehr genau und ohne Hilfe moderner Technik aufgenommen. An beiden Tagen haben wir auch nur zwei Autos gekreuzt, die die Grenze vor uns überquert haben – man hat also Zeit für uns. Ein bisschen schlauer als auch schon, haben wir alle unsere frischen Produkte aufgegessen und den Honig dem Brasilianer Leo verschenkt. Denn das Verbot der Einfuhr tierischer Produkte sowie Früchte und Gemüse wurde an allen bisherigen (vor allem chilenischen) Grenzen sehr ernst genommen. Was wir auch hier wieder von beiden Grenzwärtern hören, als sie den Van inspizieren: «Que lindo». Wir nehmen diese Komplimente jeweils sehr gerne entgegen und verweisen auf unsere Vorgänger Vera und Vincent, welche die ganze Arbeit gemacht haben.

Aussicht über den Parque Patagonia vom Camping Vale Alto

Auf dem ersten Camping Vale Alto stoppen wir und verbringen die Nacht gefühlt als einzige auf diesem neuen Zeltplatz mit top Ausstattung mitten im Nationalpark. Am nächsten Tag fahren wir bis zum Start des Lagunas Altas Trail und nehmen die 23 Kilometer in Angriff. Unterwegs kommen wir an unzähligen Lagunen vorbei, die wir alle erst ziemlich hoch oben zu Gesicht bekommen. Daher wohl der Name. Obwohl dies anscheinend eine der beliebtesten Wanderwege im Nationalpark ist, treffen wir nur drei weitere kleine Wandergruppen. Nach 20 Kilometer sehen wir unseren Van wieder und es ist sehr schön, nach einer langen Wanderung nicht nur unser Auto zu sehen, sondern unser zu Hause. Leider fehlen jegliche frischen Produkte und auch Bier wartet keines auf uns; was uns für die Nacht ins nächste Dorf zwingt.

Auf dem Sendero Lagunas Altas erstmals wieder im T-Shirt unterwegs
Eine der hoch gelegenen Lagunen
Grüne Steine und tolle Aussichten - was will man mehr

In Cochrane nächtigen wir auf dem kleinen Camping San Lorenzo mit zwei Velofahrern aus Deutschland und einem «Autostöppler» aus Holland. Auch zum Camping gehört der zwei Monate alte Welpe Rocky. Leider sehen wir aus erster Hand, dass Tiere hier oft nicht denselben Stellenwert haben wie bei uns. Da die beiden Besitzer keine Zeit haben, sitzt der Kleine tagein, tagaus in seinem winzigen Käfig ohne Sonnenlicht und Auslauf. Wir nehmen ihn so oft es geht raus. Durch seine fehlende Erziehung beisst er jedoch immer mal wieder und durch den fehlenden Auslauf ist er in diesen Momenten rastlos und springt kontinuierlich um uns herum. Armer süsser Kleiner.

Rocky
Energie hat er

76 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

El Norte Grande

El Norte Chico

Zentrales Chile