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Vulcanization

Aktualisiert: 8. Juni 2020

Nach dem Abschied von unseren Freunden und mit immer noch vollen Bäuchen sind wir wieder auf der Strasse und die führt uns über den Paso Cardenal Antonio Samoré zurück nach Chile. Hier treffen wir auf unglaublich interessante Landschaften gespickt mit tausenden von älteren und jüngeren Vulkanen.


Kurz vor dem argentinischen Grenzposten bildet sich ein Stau und es geht nichts mehr. Kurz darauf finden wir heraus, was das Problem ist: die Argentinier haben einen Stromausfall und ihre Computer funktionieren nicht. Geduldig warten wir 90 Minuten, bis ein LKW den benötigten Generator vorbeibringt und die Grenzwärter ihre Arbeit wieder aufnehmen können.

Stau an der argentinischen Grenze

Auf der chilenischen Seite fahren wir direkt in den Parque Nacional Puyehue rein. Einen ersten Stopp legen wir ein, um den Wasserfall Salto del Indio anzusehen. Der kurze Weg führt durch einen Dschungel und das Klima fühlt sich viel tropischer an als auf der argentinischen Seite. Und etwas fehlt – der Wind bläst nicht – wie schön sich das anfühlt. Weiter fahren an den Thermen Aguas Calientes vorbei, wo wir mit vielen Einheimischen das Bad neben der offiziellen Anlage in selbstgegrabenen Pools direkt am kühlen Fluss geniessen. Aber Achtung, das Wasser ist richtig heiss und sickert zum Teil mit bis zu 60 Grad aus dem Boden.

Salto del Indio im Parque Nacional Puyehue
60 Grad warmes Wasser bei den Thermen von Aguas Calientes

Auf dem Weg zu unserem ersten chilenischen Schlafplatz fahren wir entlang des Lago Puyehue und haben dabei die Vulkane Osorno und Calbuco stets an unserer Seite. In Osorno haben wir am Montagmorgen einen Termin beim langersehnten Volkswagen-Händler und sie erwarten uns bereits. Sie haben die wichtigsten Filter sogar mehrfach an Lager, weswegen wir uns gleich noch mit je einem Filter bevorraten – keine Ahnung wie die Volkswagen-Eurovan-Situation weiter nördlich ist. Aber auch sie haben keine Lösung für unseren Stossdämpfer, die Lieferzeit bleibt bei 30 Tagen. Erleichtert, endlich den Service gemacht zu haben, fahren wir weiter Richtung Pucón. Das Dorf ist vor allem bekannt für seine Nähe zum Vulkan Villaricca, den man von der Stadt aus bestaunen kann. Viele Touren führen auf den perfekt geformten Kegel.

Villaricca

Uns zieht es nordwärts, haben wir doch gehört, dass der Vulkan Lonquimay sehr eindrücklich sei. So machen wir uns am 31. Dezember zuerst auf perfekten Schotterpisten, später auf Sand und Vulkanasche vorbei an unglaublich schönen Araukarien-Bäumen zum Aussichtspunkt des Vulkans. Und wir werden nicht enttäuscht. Die Fahrt durch die mondähnliche Landschaft und vorbei am Krater Navidad, beeindruckt uns sehr. Dieser ist beim letzten Ausbruch von 1988 bis 1991 entstanden. Die riesigen Lavaströme lassen sich bis ins Tal verfolgen und am Horizont tauchen weitere Vulkane auf. Nur wenige Besucher verirren sich an diesem Silvestertag hierhin. Zwei chilenische Familien aus Santiago verbringen den Nachmittag mit uns und lassen uns ihre hausgemachte Spezialität, eine Art «Schlüferli» mit ganz viel Puderzucker, probieren. Nach einem gemeinsamen Foto machen sie sich auf den Rückweg – das bedeutet in ihrem Fall, dass alle neun Personen in einen Pick-up einsteigen und losfahren. Was für ein Bild.

Van & Araukarie
Coole Wolken bei der Fahrt zum Aussichtspunkt
Vulkan Lonquimay & der Krater Navidad im Vordergrund

Nun sind wir allein und geniessen nach einem einfachen Nachtessen die Stille dieses Ortes und den wunderbaren Ausblick. Als sich die Sonne verabschiedet, zeigen sich immer mehr Sterne. Und das Coole am Van ist, dass wir die Sterne der Milchstrasse direkt vom Bett aus geniessen können.

Letzter Sonnenuntergang im 2019
Vulkane Lonquimay & Tolhuaca

Wir versuchen zum Jahresauftakt noch einen weiteren Vulkan von Nahem zu sehen und nehmen die Strasse Richtung Llaima. Dieser Ausflug endet jedoch schliesslich in einem hundert Kilometer langen Umweg und wird mit einem platten Reifen abgerundet, als wir im kleinen Grenzort vor dem Paso Pino Hachado ankommen. Aufgrund der fehlenden Gomeria oder eben Vulcanization montiert Damian bei glühenden Temperaturen erneut den Ersatzreifen. Denn plötzlich ist es unglaublich warm und kühlt auch in der Nacht nicht mehr extrem ab. Und so überqueren wir erneut die Grenze nach Argentinien.

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