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Weiter geht's?

Bereits nach unserer freiwilligen Quarantäne von zehn Tagen war klar, so schnell wird es nicht zurück nach Bolivien gehen. Seither haben wir gearbeitet und konnten das Gefühl der Freiheit auf Reisen dabei nicht verdrängen. So sind wir wieder unterwegs...


In Lauras ehemaligem Kinderzimmer verbringen wir die knapp fünf Monate in der Schweiz. Neben dem Arbeiten geniessen wir den Schweizer Sommer und das Zusammensein mit Familie und Freunden.


Schon bald ist er wieder da, der letzte Arbeitstag. Und dann die Frage: Wie reisen wir eigentlich? Den ersten Plan, einen Campervan zu kaufen, legen wir ziemlich schnell bei Seite. Die Preise sind im Coronasommer 2020 exorbitant hoch. Ein Freund bietet uns sein Dachzelt an und an einem Samstag im August klappern wir also die Garagen in der Umgebung für ein passendes Gefährt ab. Wir finden im Nachbardorf einen schwarzen Skoda Roomster. Damian fährt ihn am Dienstag Probe, schliesst alle Versicherungen ab und am 1. September 2020 sind wir beide stolze Besitzer von nun je einem halben Auto und dies auf zwei Kontinenten.


Drei Tag haben wir Zeit, das Dachzelt abzuholen und das Auto zum Micro-Camper umzubauen, bevor ein Wochenende mit Freunden in Zermatt ansteht. Und tatsächlich sind wir am Abend vor der Abreise startklar.

Vom Wallis fahren wir danach über den Nufenenpass ins Tessin und weiter nach Italien. Höchstens fünf Kilometer nach der Grenze winken uns zwei Polizisten raus. Als Damian auf ihre Frage auf Englisch antwortet, dass wir leider kein Italienisch sprechen, winken sie uns weiter.

Auso doch e chli wie in Südamerika.

Wir fahren am Lago di Como vorbei nach Molveno an den Bergsee in der Brenta. Neben vielen andere Campern quartieren wir uns auf dem grossen Camping ein. Wir wandern auf den Croz dell'Altissimo und geniessen die wunderschöne Aussicht beim Aufstieg. Oben treffen wir auf eine weisse Wolkendecke und zwei Herren. Wir verstehen immer wieder ein Wort, dazwischen macht ihre Diskussion für uns jedoch keinen Sinn. Es stellt sich heraus, dass sie aus einem Südtiroler Tal stammen. Sie warnen uns vor den Menschenmassen und dem vielen Verkehr auf den Pässen in anderen Teilen der Region. Dies sei der Grund, warum sie in die Brenta Region kommen. Zum Abschied reisst die Wolke für einen kurzen Augenblick auf und gibt die Sicht auf eindrückliche Felsformationen der anderen Talseite frei.

Am Lago di Como
Bilck auf den Lago di Molveno
Auch auf dem Gipfel noch ein bisschen Weitsicht

Auf dem Weg ins Fasstal fahren wir am Lago di Carezza (Karrersee) vorbei, der auch ohne Sonne in den schönsten Blau- und Grüntönen strahlt und zu einem kurzen Halt einlädt. Über den Passo Sella geht es weiter. Zuerst an der Marmolata vorbei, wo wir die Routen der Kletterer nur ehrfürchtig Erahnen können, eröffnet sich uns oben der Blick auf die Torri del Sella und

Wow, wie in Patagonien.

Ausser die vielen Autos, Motorräder und Menschen - wie die beiden Einheimischen prophezeit haben. Nach zwei Nächten Wellness (ein bisschen Luxus muss sein) wollen wir einen weiteren berühmten Bergsee besuchen: den Pragser Wildsee. Aber auf dem Parkplatz drehen wir unverrichteter Dinge um - Laura hat doch in einem Blog noch gelesen, dass man da unbedingt früh morgens hin soll.

Lago di Cerezza
Unser kleines Zuhause im Fasstal vor bester Bergkulisse
Torri del Sella

Am nächsten Morgen machen wir uns daher umso früher - wenn auch hier nicht ganz alleine - vom Fischleintal auf zu den Drei Zinnen. Eine wunderschöne Wanderung, die mit den drei Türmen à la Cerro Torre ihren Höhepunkt findet. Wir geniessen eine lange Mittagspause mit bester Sicht und machen uns über die Hütten Büllejoch und Zsigmondy wieder zurück zum Auto.

Im Fischleintal
Die drei Zinnen

Wir verlassen Italien in Richtung Österreich. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation wollen wir nur kurz in diesem Land bleiben und entscheiden uns für einen Tag in Salzburg. Auf der Free Walking Tour mit Gerhard begreifen wir woher Salzburg ihren Namen hat, sehen Mozarts Geburtshaus und lernen, dass alle Ausser-Europäer Salzburg wegen dem Film A Sound of Music kennen und darum diese Stadt besuchen.

Als Abschluss schlendern wir von der Burg (aha) über den Mönchsberg in den grossen Biergarten von Augustinerbräu in der Nähe des Flusses Salzach (auf dem früher das Salz in die Stadt gebracht wurde - aha).

Salzburg

Weiter geht es in die Tschechische Republik.

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